Das Ende der US-Weltvorherrschaft ?

10 Januar 2015 Autor: Marko Jošilo |

Ein Ende der US-Weltvorherrschaft naht. Darüber bin ich mir sicher, obwohl mir viele nicht zustimmen werden. Einige werden es doch tun, weil es absolut real und belegbar ist.

Das Ende der US-Weltvorherrschaft ?
hires_hires_150101-n-wd464-096_300x188 (1)Der Hochmut des Westens während der Einführung von Sanktionen gegen Russland wegen der Krise in der Ukraine, könnte einen fast zum Lachen bringen wenn es in der nahen Zukunft nicht zum tödlichen Ernst werden könnte. Diese Sanktionen haben sich bereits als Bumerang erwiesen und sind nach hinten losgegangen und könnten am Ende sogar die amerikanische Wirtschaft vernichten, was dann unausweichlich zum Dritten Weltkrieg mit einem apokalyptischen Ausgang, führen könnte.

Die Energie ist das Herz der amerikanischen Wirtschaft und des Petro-Dollars, und Russland und China haben neulich ein riesengroßes Geschäft abgeschlossen, diesmal aber ohne Dollar. Dieser Vertrag im Wert von 400 Milliarden Dollar ist ein symbolischer Schritt bei der Trennung des Erdöl- und Erdgashandels vom Dollar, weil dieses Geschäft in der Landeswährung, dem Rubel und Yuan abgewickelt wird. Nach dem Abschluss dieses Vertrages wurde fast ein Drittel des Planeten vom Dollar getrennt.

Damit ist aber nicht genug getan. Die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) haben der Dominanz des Internationalen Währungsfonds den Kampf auf dem Weltmarkt angesagt. Russland und seine BRICS-Partner setzten auf eigenen Währungsfonds und gründen die Entwicklungsbank mit Sitz im chinesischen Shanghai. Der erste Bankdirektor soll ein Inder werden. Die BRICS-Staaten erwägen auch die Einrichtung eines gemeinsamen Infrastruktur-Fonds mit einem Kapitalzufluss von 100 Milliarden US-Dollar für die gegenseitigen Investitionen.

Auch der neuste Vertrag über Gaslieferungen zwischen der Türkei und Russland bedeutet eine Wende und ist eines der gut überlegten strategischen Schritte des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Obwohl die Türkei die NATO nicht offiziell verlassen hat, man soll sich nicht täuschen lassen – sie hat es bereits getan.

Die Türkei und Russland sind langjährige Rivalen; seit dem Beginn des Kalten Krieges und nach der Entstehung der Truman-Doktrin 1947. Diese Vereinbarung mit Russland ist aber ein schwerer Schlag für die NATO und die Vereinigten Staaten, weil die Türkei nicht nur ein wichtiger Verbündeter der NATO ist, sondern auch wichtig bei der Unterstützung der US-Bemühungen, die russischen Gasleitungen zu isolieren und vom Rest der Welt abzuschneiden. Die Situation ist inzwischen so kompliziert geworden, dass im Falle eines Dritten Weltkriegs, die USA diese Gasleitungen zerstören müssten, was wiederum bedeuten würde, dass die Türkei dadurch ein militärischer Verbündeter Russlands werden könnte.

Die South Stream Gasleitung sollte durch das Schwarze Meer, Bulgarien, Serbien und Ungarn nach Österreich und weiter nach Westen gebaut werden, während die alternative Gasleitung „Nabucco“, die Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien mit der Türkei und Aserbaidschan verbinden sollte, bereits bei der Planung gescheitert war

Die EU-Kommission machte seit Monaten Front gegen die South Stream Gasleitung, bis sich die bulgarische Regierung dem Druck aus Brüssel gebeugt hatte und damit den weiteren Bau der Gasleitung verhindert. Mit dem Stopp der South-Stream-Pipeline hat Brüssel den Kreml hart getroffen. Russland wollte durch diese Megaleitung seinen Einfluss in Südeuropa untermauern, aber auch die Ukraine als wichtigstes Transitland für Erdgaslieferungen nach Europa umgehen. Um den Schaden zu begrenzen, machte Russland diesen Vertrag und will eine Offshore-Pipeline in die Türkei bauen, vorbei an der EU. Profiteur des Debakels: die Türkei. Von der Türkei aus könnte Gas dann auch bis an die Grenze zu Griechenland geliefert werden, so Moskauer Planspiele. Wie Europa das Gas von dort dann weiter nach Südeuropa leitet und verteilt, wäre nicht mehr ein Problem der Russen.

Die Pläne der EU, eine alternative Gasleitung „Nabucco“ zu bauen fielen ins Wasser, weil die USA das Geld für den Leitungsbau nicht zur Verfügung stellten und außerdem war auch die Quelle für die Gaslieferung nicht gesichert. Jetzt kann man sich vorstellen, welche zahlreiche Nato-Staaten ohne Gas bleiben werden. Aus der militärischen Perspektive betrachtet, werden diese Nationen eine Pufferzone bilden zwischen Russland und den NATO-Verbündeten – Deutschland, Frankreich, Italien und England.

Eventuelle Fahnenflucht Deutschlands, Frankreichs und Italiens von der USA-Vormundschaft und von der NATO ist denkbar und vorstellbar. Motive für einen solchen radikalen Schritt sind durchaus vorhanden. Die wichtigsten NATO-Verbündete sind zur Geisel Putins und seiner Erpressung mit der Energie geworden. Damit bleiben die USA praktisch alleine auf weiter Flur. Stellen Sie sich vor, dass Sie das Telefon in die Hand nehmen, um nach Kontakten zu suchen und stellen fest, dass es gar keine Kontakte mehr gibt. Das ist genau das, was den USA bald passieren könnte. Die Vereinigten Staaten laufen nun auch Gefahr, ihren nächsten und wichtigsten Verbündeten England zu verlieren.

Vor der Wiener Konferenz über die Auswirkungen von Atomwaffen für die Menschheit, haben die Mitglieder, überwiegend die Briten, ihre Angst von der Möglichkeit eines Atomkriegs zum Ausdruck gebracht. Die Teilnehmer der Konferenz forderten eine „dringende Aktion“ um die Risiken eines Atomkriegs zu beseitigen. Unter den Unterzeichnern waren zahlreiche namhafte britische Politiker, wie die ehemalige Außenminister Margaret Beckett und David Owen, Ehemaliger stellvertretender Oberbefehlshaber der NATO, Lord Richards und viele andere.

Auch der General James E Cartwright, der ehemalige Vizepräsident des Vereinigten Generalstabs der USA, warnte in seinem Brief an den österreichischen Außenminister Sebastian Kurz vor einem möglichen Atomkrieg:

„Die Spannungen zwischen Atommächten und Allianzen im Euroatlantischen Raum, sowie in Süd- und Ostasien, werden immer mehr zum Potenzial für eine militärische Eskalation. Als Erbe des Kalten Krieges sind viele Atomwaffen geblieben, die in kürzester Zeit einsatzbereit gemacht werden könnten und erhöhen damit die Chancen für eine Katastrophe.“

All das deutet darauf hin, dass die USA im Falle eines Dritten Weltkriegs isolierter da stehen werden als jemals zuvor.

– See more at: http://expresszeitung.ch/redaktion/geopolitik/usa/das-ende-der-us-weltvorherrschaft-#sthash.8eiDQMUr.dpuf

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