von Tal Gat

Abstract: The diplomatic relations between both countries are defined as “the special relations”. Today, the eve of the 50 years anniversary, it is important to emphasize the three pillars which are connecting both nations: History, similar values and bilateral and geo-strategic interests. This article will depict how these pillars materialized prior to the signature of the diplomatic relations and are materialized today. The objective is to strengthen the discourse on the relations as such, which serve the interests of both countries.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland bezeichnen beide Staaten als „besonders“. Heute, am Vorabend des 50. Jahrestages ihres Bestehens, sind beide Nationen vor allem durch die drei Säulen Geschichte, ähnliche Wertvorstellungen und bilaterale und geostrategische Interessen mit einander verbunden. Der Beitrag zeigt, wie diese Säulen sich bereits vor der offiziellen Aufnahme der Beziehungen herauskristallisierten und wie sie sich heute darstellen. Ziel ist, den Dialog über die Beziehungen zu vertiefen, die im Interesse beider Länder sind.

68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und nach dem Ende des Versuches, das jüdische Volk auszulöschen, befinden wir uns an einem Punkt, an dem das Wesen der israelisch-deutschen Beziehungen untersucht werden muss. Im Mittelpunkt muss einerseits stehen, was uns verbindet. Andererseits müssen die bestehenden Schwierigkeiten bewältigt und die Einzigartigkeit dieser Beziehungen klar definiert werden.

Wie gezeigt sind die Identitäten des jüdischen und des deutschen Volkes durch einen gordischen Knoten verbunden. Doch die Shoah ist dafür nicht der einzige Grund. Die deutsche Kultur, Wissenschaft und Philosophie sind ohne ihre jüdischen Bestandteile nicht vollständig. Das Ziel der Nazis war es, diese Verbindung zu zerschlagen, doch sie sind gescheitert. Nach 1945 wurde ein noch engerer Knoten geknüpft, der den Staat des jüdischen Volkes und die Bundesrepublik verbindet. Die Identität beider Völker ist im Sumpf der Vergangenheit versunken, doch sie ist heute auch höchst lebendig. Die Thematisierung der jüdisch-deutschen Vergangenheit ist für beide Völker wichtig. Für Deutschland ist es der Weg, jene kennenzulernen, die ihren Beitrag zur deutschen Kultur, Wissenschaft und Philosophie geleistet haben, und für ihre Religion und ihre Kultur ermordet wurden. Für Israel und das jüdische Volk ist die Thematisierung der deutsch-israelischen Beziehungen wichtig, um eine der fortschrittlichsten Gemeinden in der jüdischen Geschichte kennenzulernen, die Teil des Fundaments des Staates Israel ist.

Die Bundesrepublik hat eine Verantwortung für die Sicherheit des jüdischen Staates, doch diese Verantwortung beruht nicht nur auf der Vergangenheit. Die erneuerte Verbindung verpflichtet dazu, in den Mittelpunkt zu stellen, dass Israel und Deutschland zusammenarbeiten – nicht nur, weil sie die Vergangenheit sühnen möchten, sondern weil sie gemeinsame Werte haben und gemeinsame Interessen, die durch gemeinsame Arbeit besser verwirklicht werden können. Die Zuspitzung dieser Botschaft in der Öffentlichkeit ist von höchster Wichtigkeit, um eine Ermüdung in den Beziehungen zu vermeiden, für eine Verantwortung gegenüber der Vergangenheit und den Bau einer gemeinsamen Zukunft.

Wie die Bundesregierung bereits in den 1950er Jahren erkannt hat, ist Israel ein Vorposten westlicher Werte im Nahen Osten. Diese Werte gelten heute zwischen Israel und Deutschland weiter. Beide Staaten teilen dieselben Werte einer demokratischen Regierung, einer offenen liberalen Wirtschaft, der Meinungs- und Pressefreiheit. Sie teilen gemeinsame Interessen in der Wirtschaft, in der wissenschaftlichen Forschung und in der Kultur. Sie teilen auch dieselben Bedrohungen. Ein nuklear bewaffneter Iran bedroht die Stabilität im Nahen Osten und daher die deutschen Interessen. Die Entwicklungen im Nahen Osten nach dem Arabischen Frühling sind ein Quell der Sorge nicht nur für Israel. Das Erstarken islamistischer Kräfte und ihre Etablierung in den Regierungen des Nahen Ostens sind auch für Deutschland und die Interessen und Werte, die es vertritt, eine Bedrohung.

Am Vorabend des Begehens von 50 Jahren diplomatischer Beziehungen müssen wir diesen Tatsachen höchste Priorität beimessen. In der Öffentlichkeit muss klar sein, dass hier zwei souveräne Staaten ihre Interessen voranbringen, die ihren jeweiligen Zielen und Werten entsprechen. In der Umsetzung dieser Interessen sind sie auch ein Beispiel für andere Völker, sie unterstützen auch andere Staaten. In den ersten 50 Jahren der Beziehungen haben die beiden Staaten, die beiden Völker, Erstaunliches, in der Menschheitsgeschichte Beispielloses, erreicht. Es besteht ein gemeinsamer Imperativ, diese Erfolge herauszustellen und an der Stärkung dieses einzigartigen Bundes, seiner Erweiterung und Vertiefung zu arbeiten.

50-Jahre-Deutsch-Israelische-Bez-Tal-Gat (1)

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PD Dr. Dr. Ümit Yazıcıoğlu

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