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von Esther Bejarano

Esther Bejarano (geb. Loewy) wurde am 15. Dezember 1924 in Saarlouis als Tochter des Oberkantors einer jüdischen Gemeinde geboren.

Ihr Vater weckte bei ihr das Interesse für Musik und Esther erlernte das Klavierspiel.

Um sich auf die Auswanderung nach Palästina vorzubereiten trennte sich Esther nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 15-jährig von ihren Eltern. Doch daraus wurde nichts.

1941 kam sie zunächst ins Zwangsarbeitslager Neuendorf bei Fürstenwalde/Spree wo sie die nächsten zwei Jahre Zwangsarbeit in einer ortsansässigen Gärtnerei leistete. Mit Viehwaggons der Deutschen Reichsbahn wurden am 20. April 1943 alle Insassen des Arbeitslagers mit weiteren über 1.000 jüdischen Menschen aus dem Berliner Sammellager in der Großen Hamburger Straße nach Auschwitz deportiert. Hier musste Esther in einem Arbeitskommando Steine schleppen, bis sie sich als Akkordeonistin zum Mädchenorchester von Auschwitz meldete, das neu aufgestellt wurde. Das Orchester hatte die Aufgabe, zum täglichen Marsch der Arbeitskolonnen durch das Lagertor aufzuspielen. Sie überlebte Auschwitz auf diese Art und wurde mit der Reichsbahn ins Konzentrationslager Ravensbrück verbracht. Auf einem Todesmarsch 1945 konnte sie fliehen.

Nach dem 2. Weltkrieg wanderte Esther nach Palästina aus, kehrte später jedoch nach Deutschland zurück. Gemeinsam mit Tochter Edna und Sohn Joram gründete sie Anfang der 1980er Jahre die Gruppe ‚Coincidence‘ mit Liedern aus dem Ghetto und jüdischen sowie antifaschistischen Liedern.

Esther Bejarano ist Trägerin der Carl-von-Ossietzky-Medaille und Ehrenvorsitzende der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA). Anlässlich ihres 70. Geburtstags wurde sie 1994 vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg mit der Biermann-Ratjen-Medaille für ihre künstlerischen Verdienste um die Stadt Hamburg geehrt. Im Oktober 2008 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse geehrt.

Am 12. April 2008 sprach Esther Bejarano über ihr Erleben im NS-Staat am Brandenburger Tor in Berlin bei einem Mahngang zur Zentrale der Deutschen Bahn AG. Anlass war das Eintreffen des „Zugs der Erinnerung“ in Berlin, wo in einer Ausstellung an das Schicksal von über 1 Million deportierter Kinder und Jugendliche erinnert wurde.

Herbert Shenkman

Herbert Shenkman wurde am 20. Dezember 1923 als Herbert Schenkmann in Hagen/Westfalen geboren. Bis 1938 besuchte er als einer von zwei Juden unter rund 1000 Schülern die Realschule Altenhagen. Ein Lehrer, der es gut mit ihnen meinte, erlaubte das Erscheinen erst zu Unterrichtsbeginn, nachem die Mitschüler zum Fahnenappell mit Hitlergruß und anschließenden Absingen des Horst-Wessel-Lieds angetreten waren.

Mit Hilfe von Hans Reis und Dr. Ritter gelang es Herbert Shenkman zweimal, eine drohende Deportation nach Ausschwitz abzuwenden.

1942 wurde er zusammen mit seinen Großeltern, seiner Mutter, einer Tante und über 1100 weiteren Menschen mit einem Zug der Deutschen Reichsbahn nach Theresienstadt deportiert. Von dort ging es mit 2.500 anderen Leuten weiter nach Auschwitz. Nach eigenen Worten hatte Herbert Shenkman „das zweifelhafte Vergnügen, viermal gegen [seinen] Willen mit der Reichsbahn befördert zu werden“. Und jedes mal verdiente die Bahn „während der Deportationen vier Pfennig pro Kilometer und Person“. Später ging seine „Reise“ von Auschwitz zur Zwangsarbeit ins Thüringische. Selbst kurz vor Kriegsende, als ihm und einige Kameraden die Flucht vor den Nazi-Schergen gelang, hatte die Bahn nochmals geholfen, „der Freiheit zu entgehen“. Die Gruppe fiel der Gestapo in die Hände, die sie erneut auf Transport schickte.

Herbert Shenkman überlebte, seine Familie nicht.

Weil er nach diesem Erlebten Deutschland nicht mehr sein Zuhause nennen konnte, emigriete er für eine lange Zeit in die USA und zog erst 1986 nach Berlin.

Am 13. April lief der Zug der Erinnerung in den Berliner Ostbahnhof ein. Auf der Eröffnungsveranstaltung redet Herbert Shenkman, Überlebender der Reichsbahn-Deportationen:

Erinnerungen:
Züge ins Leben

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