8. März: 101. Weltfrauentag

„Gleicher Zugang zu Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Technik: Weg zu menschenwürdiger Arbeit“ – unter diesem Motto steht der diesjährige Internationale Weltfrauentag. Vieles, was die Frauenbewegung im Laufe der Zeit erkämpft hat, gilt heute als selbstverständlich. Doch immer noch werden Frauen weltweit benachteiligt.

Indische Frauen demonstrieren anlässlich des 100. Weltfrauentags im indischen Ahmadabad für ihre Rechte. Foto: AP
Am 8. März 2011 wird zum 101. Mal der Internationale Weltfrauentag gefeiert. Dieses Jahr steht die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben wie auch an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen im Mittelpunkt. Frauen sind sowohl in der Politik wie auch in der Wirtschafts- und Finanzwelt noch immer stark unterrepräsentiert und unterbezahlt. Deutschland gehört weltweit zu den Schlusslichtern, was den Anteil von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft betrifft: Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) lag der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen der 200 größten deutschen Firmen im Jahr 2010 lediglich bei 3,2 Prozent.
Auch bei den Gehältern existieren in Deutschland weiterhin große Unterschiede. Laut Statistischem Bundesamt lag in den vergangenen Jahren der Bruttoverdienst der Frauen konstant bei ungefähr 23 Prozent unter dem von Männern – eine deutlich höhere Differenz als im EU-Durchschnitt, der rund 18 Prozent beträgt. Ursachen hierfür sind unter anderem, dass „typische Frauenberufe“ häufig schlechter bezahlt werden und Frauen oft in Teilzeit arbeiten. Dennoch finanzieren ungefähr 42 Prozent der Frauen in Deutschland ihren Lebensunterhalt überwiegend durch ihre eigene Erwerbs- oder Berufstätigkeit.

Tatsache ist, dass Clara Zetkin während der zweiten kommunistischen Frauenkonferenz im Jahr 1921 den 8. März als weltweites Datum durchgesetzt hat. Die Historikerin Kerstin Wolff vom Archiv der deutschen Frauenbewegung geht davon aus, dass Clara Zetkin sich auf eine Frauendemonstration vom 8. März 1917 in Russland berufen habe. Diese war der Auslöser für eine Streikwelle in dem krisengeschüttelten Land, welche wiederum den Sturz des Zarismus einleitete. 60 Jahre später führte die UN-Vollversammlung den 8. März als „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ein.
In Deutschland wurde der Internationale Frauentag unter der NS-Herrschaft als sozialistischer Feiertag verboten. Stattdessen propagierten die Nationalsozialisten den Muttertag und die „biologische Verpflichtung“ der Frau. Im Zuge der neuen Frauenbewegung in der Bundesrepublik Ende der 1960er Jahre gelangte er wieder in das Bewusstsein zurück. Seit den 1980er Jahren hat er in ganz Westeuropa wieder an Bedeutung gewonnen. Die Forderungen hingen wesentlich von den historischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab:

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts kämpften Frauen für ihre fundamentalen politischen und bürgerlichen Rechte, wie etwa das Recht auf Bildung. In den 1960er und 70er Jahren erreichte die Frauenbewegung im Kampf gegen den Abtreibungsparagraphen 218 einen Höhepunkt.

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